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NICK BRAUNS: »Zweite Ermordung« PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 15:19 Uhr

Eine »zweite Ermordung« hat die linke Tageszeitung Birgün am Mittwoch das am Tag zuvor ergangene Urteil eines Istanbuler Gerichts gegen mutmaßliche Hintermänner der Ermordung des armenischen Journalisten Hrant Dink genannt. Die Richter hatten die Ermordung des Herausgebers der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos durch einen jugendlichen Faschisten am 19. Januar 2007 in Istanbul zum Werk von Einzeltätern erklärt. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurde fallengelassen, da es keine Beweise für ein Komplott gegeben habe.

Der zum Tatzeitpunkt minderjährige Schütze Ogün Samast war bereits im Juli 2011 zu einer Haftstrafe von mehr als 22 Jahren verurteilt worden. Ein weiterer Faschist, Yasin Hayal, wurde am Dienstag wegen Anstiftung zum Mord zu lebenslanger Haft verurteilt. 18 weitere Angeklagte aus dem faschistischen Spektrum jedoch wurden vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen. Unter ihnen ist der als Drahtzieher des Anschlags geltende ehemalige V-Mann der Polizei Erhan Tuncel. Dieser wurde in dem selben Verfahren allerdings wegen eines in den 90er Jahren begangenen Sprengstoffanschlags auf eine McDonalds-Filiale verurteilt. Trotzdem befand er sich am Mittwoch bereits auf freiem Fuß, weil ihm die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Wie Dinks Mörder Samast und weitere Verdächtige gehört Tuncel zum Umfeld der von den Grauen Wölfen abgespaltenen islamisch-nationalistisch orientierten Großen Einheitspartei (BBP).

»Die Tradition des politischen Mordes wird fortgeführt«, kritisierte die Anwältin der Familie Dink, Fethiye Cetin, den Prozeß als »Farce« und kündigte Berufung an. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf dem Gericht die Unterschlagung von Beweisen für eine Verbindung der Täter in den Staatsapparat und zu rechten Gruppen vor. Der Enthüllungsjournalist Nedim Sener, der aufgezeigt hatte, wie Polizeibeamte aus dem Umfeld des islamischen Fethullah-Gülen-Ordens die Ermittlungen im Mordfall Dink behindert hatten, wurde im vergangenen Jahr wegen fingierter Terrorismusvorwürfe inhaftiert. Ordensführer Gülen war dem vor drei Jahren ums Leben gekommenen BBP-Gründer Muhsin Yazicioglu freundschaftlich verbunden und soll dessen Partei auch finanziell unterstützt haben.

Quelle: junge Welt, 19.01.2012

 
 

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Termine

WUPPERTAL

19. Mai 2012 ab 17:00 Uhr

Gedenkveranstaltung an die Opfer des Genozids an den Pontosgriechen 1916-1923

Vortrag von Dr. Tessa Hofmann

Ort: Gesamtschule Ronsdorf, An der Blutfinke 70, 42396 Wuppertal

Veranstalter: Kulturverein der Griechen aus Pontos in Wuppertal und Umgebung

 
STUTTGART

19. Mai 2012 ab 16:00 Uhr

Schweigemarsch anlässlich des Gedenktages des Völkermords an den Pontos-Griechen

Start: Wilhelmsplatz 10, 70182 Stuttgart

Ziel: Kranzniederlegung am Stauffenbergplatz am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Ankündigungsflugblatt der Veranstalter >>

 

 
DORTMUND

10. Mai bis 24. Juni 2012

„Der vergessene Völkermord“

Austellung mit Aufnahmen, die Armin T. Wegner von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte

Ort: Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

Eintritt ist frei!

Mehr Infos >>

Ohne Kommentar

„Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) hat den Veranstaltern des Steiger Award eine machtvolle Demonstration der Empörung versprochen“ (ZAD-Info, 15.03.2012)

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