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Jörg Berlin


JÖRG BERLIN: „Die türkischen Demokraten müssen das regeln!“ - Eine Veranstaltung türkischer Vereine am 18. April in Hamburg über die „Armenische Tragödie“ PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 20. April 2012 um 11:44 Uhr

Es erweckt Interesse und verdient Aufmerksamkeit, wenn türkische Vereine selbst von einer „armenischen Tragödie“ sprechen und zu einer Veranstaltung über dieses Thema einladen. Dies gilt auch, wenn zu befürchten ist, dass sie nicht der Aufklärung, sondern der Leugnung des Genozids dienen sollte. Tragödien berichten über Unglück und Leid von Menschen. Die Frage vor der in Hamburg angekündigten Veranstaltung war folglich, ob der eingeladene Redner und die Veranstaltungsbesucher Mitgefühl mit den Opfern der Tragödie zeigen würden.

 
„Es handelt sich vielmehr darum, die Armenier zu vernichten.“ PDF Drucken E-Mail

„Es handelt sich vielmehr darum, die Armenier zu vernichten.“[1]

Der Genozid im Osmanischen Reich 1915/16


Forschungen über das Osmanische Reich und den Völkermord an den Armeniern haben im vergangenen Jahrzehnt eine neue Qualität erreicht. Da Historiker in verschiedenen Staaten weiterhin Quellen erschließen und auch Archive in der Türkei seit einigen Jahren leichter zugänglich sind, wird die Geschichtswissenschaft zweifellos zu komplexeren Einsichten gelangen, zumal sie zunehmend Anregungen aus der vergleichenden Genozidforschung berücksichtigt. Beispielhaft sind bereits die 2006 erschienene Gesamtdarstellung des Völkermords von R. H. Kevorkian sowie Fallstudien wie die H. Kaisers über das Schicksal der Armenier Erzerums 1915/16 und jene von U. Ü. Üngor über die Auslöschung der Christen in der Provinz Diarbakir.[2]

Manche Antworten auf wichtige Fragen bleiben allerdings strittig. Dies gilt etwa für die Ursachen und den Grad der Intentionalität der Armenierpolitik der jungtürkischen Führung.

Dieser Beitrag umreißt den gegenwärtigen Kenntnisstand und legt die Basis für ein Verständnis der Forschungskontroversen.

 
Leugnet der Historiker Hilmar Kaiser den Völkermord an den Armeniern? PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 14. Januar 2011 um 20:40 Uhr

Meldungen im Internet haben einige Aufregung verursacht. Dort war zu lesen, H. Kaiser wäre vom rechten Glauben abgefallen. Er leugne in einer neuen Veröffentlichung den Genozid im Osmanischen Reich. Bevor die Aussagen H. Kaisers genauer untersucht werden, ist es nützlich, sich eine unverzichtbare Aufgabe der Wissenschaft zu vergegenwärtigen. Einer ihrer Zwecke ist, nachdenklich zu machen, denn die Welt ist nicht so, wie sie uns erscheint. Wissenschaft verändert ständig unser Bild von der Welt, unsere Weltanschauung. Dies erscheint geradezu ein Qualitätsmerkmal von Wissenschaft, auch der Geschichtswissenschaft. Wer sich also in lieb gewonnenen Vorstellungen einrichten möchte, handelt womöglich unwissenschaftlich. Dies schließt selbstverständlich und erfahrungsgemäß nicht aus, dass manches, was im stolzen Kleid der Wissenschaft daherkommt, sich als Unsinn oder Schlimmeres entpuppt. Zweifel ist folglich stets auch gegenüber Erzeugnissen von Wissenschaftlern angebracht. Skepsis ist jedoch etwas Anderes als Vorverurteilung, nur weil neue Ergebnisse so gar nicht zu Bekanntem oder Tröstlichem zu passen scheinen. Aber nicht jede Aussage, die befremdet oder schmerzt, muss falsch sein

 
ACCURSED YEARS - MY EXILE AND RETURN FROM DER ZOR, 1914-1919 PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 05. September 2010 um 02:00 Uhr

Rezension des Werks: Accursed Years - My Exile and Return from Der-Zor, 1914-1919. By Yervant Odian translated from the original Armenian by Ara Stepan Melkonian with an introduction by Krikor Beledian, Gomidas Institute London 2009

Dieser Erlebnisbericht eines Zeitzeugen über die “Verfluchten Jahre” seiner Leidenszeit während des Völkermords an den Armeniern erschien als Folge von Artikeln zuerst 1919 in Konstantinopel. Yervant Odian (1869-1926), war seinerzeit Herausgeber der  armenischen Zeitung “Jamanag”. Bereits vor Ausbruch des I. Weltkrieges gehört er zu den bekanntesten armenischen Intellektuellen im Osmanischen Reich. Deshalb stand sein Name auf einer jener Listen stand, mit denen 1915 im Osmanischen Reich die Ausschaltung der armenischen Führungsschicht vorbereitet wurde.  Seine Prominenz war einerseits der Grund für seine „Verbannung“, andererseits retteten ihn später seine vielen Bekanntschaften und Beziehungen aus mancherlei lebensgefährlichen Situationen. (Formal betrachtet gehörte Odian nicht zu den Deportierten. Er wurde auf unbestimmte Zeit verbannt.)

 
ZUR ERINNERUNG AN DEN VÖLKERMORD VON 1915 UND DIE GESCHICHTE DER DEUTSCHEN DEMOKRATIE PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 17. Mai 2009 um 02:00 Uhr

Am 24. April veranstalteten der Zentralrat der Armenier in Deutschland und die Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland in der Paulskirche zu Frankfurt am Main eine gemeinsame Gedenkfeier für die Opfer des Genozids an den Armeniern.

Die Armenier gedachten zugleich auch der Aramäer und der Pontos-Griechen, die den Völkermord im osmanischen Reich nicht überlebten, und sie erinnerten in diesem Jahr ganz besonders an jene Opfer, die bei großen Massakern bereits vor dem eigentlichen Völkermord zu beklagen waren. Die Massaker von Adana z. B. jähren sich 2009 zum 100. Mal. (Dokumente dazu kann seit kurzem jedermann auf der website www.armenocide studieren.)

Am 24. April  wird in jedem Jahr des Beginns des Völkermordes im Jahr 1915 gedacht.

 
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Termine

WUPPERTAL

19. Mai 2012 ab 17:00 Uhr

Gedenkveranstaltung an die Opfer des Genozids an den Pontosgriechen 1916-1923

Vortrag von Dr. Tessa Hofmann

Ort: Gesamtschule Ronsdorf, An der Blutfinke 70, 42396 Wuppertal

Veranstalter: Kulturverein der Griechen aus Pontos in Wuppertal und Umgebung

 
STUTTGART

19. Mai 2012 ab 16:00 Uhr

Schweigemarsch anlässlich des Gedenktages des Völkermords an den Pontos-Griechen

Start: Wilhelmsplatz 10, 70182 Stuttgart

Ziel: Kranzniederlegung am Stauffenbergplatz am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus

Ankündigungsflugblatt der Veranstalter >>

 

 
DORTMUND

10. Mai bis 24. Juni 2012

„Der vergessene Völkermord“

Austellung mit Aufnahmen, die Armin T. Wegner von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte

Ort: Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Steinstraße 50, Dortmund

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

Eintritt ist frei!

Mehr Infos >>

Ohne Kommentar

„Der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) hat den Veranstaltern des Steiger Award eine machtvolle Demonstration der Empörung versprochen“ (ZAD-Info, 15.03.2012)

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